Tour de France – La grande boucle

Alljährlich im Juli schlängelt sie sich durch Frankreich und die angrenzenden Länder. Die Tour de France, liebevoll ‘la grande boucle’ genannt, was soviel heißt wie die große Schleife.

In diesem Jahr im belgischen Lüttich gestartet, sind für die Radfahrer wieder mehr als 3000km bis zum Ziel auf dem Champs d’ Élysées in Paris zu absolvieren. Das, nach den Olympischen Spielen und der Fußball Weltmeisterschaft, drittgrößte Sportereignis der Welt, bewegt nach wie vor die Massen. In Deutschland durch vergangene Dopingsünden ein wenig in Verruf geraten, genießt die Tour de France in Frankreich, aber auch in Italien oder Spanien höchste Medienpräsenz und das Interesse der Radsportfans. Insgesamt mehr als 180 Fahrer in 22 verschiedenen Teams suchen in der dreiwöchigen Frankreich-Rundfahrt ihren Sieger. Neben dem Sieger der Einzelwertung, der das prestigeträchtige Gelbe Trikot tragen darf, werden auch die Besten der Bergwertung oder der Sprintwertung gesucht. Auch die Kategorie der Mannschaftswertung ist bei den Teams immer ein erstrebenswertes Ziel, können sich die Sieger ein ansehnliches Preisgeld einstreichen. Insbesondere an Wochenendtragen und an Feiertagen werden die Straßen Frankreichs mit Hunderttausenden Zuschauern gesäumt und die Radfahrer gebührend angefeuert.

Die Medienberichterstattung in Deutschland hat sich ja 2012 mit dem Rückzug der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten auf Eurosport reduziert, zumindest was die TV-Berichterstattung anbelangt. Die 99. Auflage der Tour de France verspricht in diesem Jahr enorme Spannung, gilt doch der Ausgang der Gesamtwertung als völlig offen. Nach der Dopingsperre des dreimaligen Siegers Alberto Contador und der verletzungsbedingten Absage von Andy Schleck, der Vorjahreszweiten, sowie dem Karriereende des einstigen Siegers Lance Armstrong, treten nun andere Namen ins Rampenlicht. Ob der Vorjahressieger Evans seinen Sieg wiederholen kann, oder ob ein Bradley Wiggins aus der Sky Mannschaft den obersten Platz auf dem Podium erklimmen kann, oder vielleicht doch ein anderer? Es werden Namen wie Nibali, Brajkovic oder die Altmeister Klöden, Leipheimer oder Menchov genannt, die als ausgezeichnete Fahrer im Kampf gegen die Uhr und auch als gute Bergfahrer bekannt sind. Möglicherweise kommen wieder neue, junge Radfahrer, die über sich hinauswachsen und in der Gesamtwertung weit vorne landen könnten, in den Fokus.

Wie auch immer, die Tour de France bleibt spannend. Vor allem die entscheidenden Etappen in den Schweizer Alpen und in den Pyrenäen werden Auskunft geben, wer dieses Jahr in Paris die Träger der drei Hauptkategorien, Gelbes Trikot, gepunktetes Trikot und Grünes Trikot sind.

Es bleibt abzuwarten, wie lange sich deutsche Sponsoren noch in Zurückhaltung üben und kein eigenes Team bilden. Vielleicht ist es auch in Deutschland bald an der Zeit umzudenken und eine Sportveranstaltung dieser Größenordnung und Bedeutung wieder mehr in den Blickpunkt zu rücken. Die zahlreichen deutschen Radsportfans würden sich hierüber in jedem Fall freuen, wenn der Sport wieder einmal durch spektakuläre Leistungen für Aufsehen sorgen könnte, denn durch Dopingschlagzeilen.

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